Radon-Bodengasmessung
Radon-Bodengasmessung

Radioaktivität

Unter Radioaktivität versteht man die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, sich unter Abgabe extrem hochfrequenter Strahlung (Gammastrahlung) und/oder Teilchenstrahlung (Alpha-, Beta-, Neutronenstrahlung) umzuwandeln.

Die gesundheitliche Relevanz der radioaktiven Strahlung ist unumstritten. Im Gegensatz zu anderen Einflüssen lässt sich bei der Radioaktivität keine Abgrenzung in einen natürlichen, unbedenklichen und einen künstlichen, gesundheitlich bedenklichen Anteil vornehmen. Jede Zunahme an Strahlung führt zur Zunahme des Risikos einer Erkrankung. Dabei handelt es sich nicht nur um die Entstehung von Krebs sondern gerade im Niedrigdosisbereich um Krankheitsbilder und Effekte wie oxidativen Stress oder Störungen des Nerven- und Immunsystems. Es ist dementsprechend nicht möglich Grenzwerte festzulegen, unterhalb derer eine Gefährdung sicher ausgeschlossen werden kann. Vorsorglich sollten alle Quellen im persönlichen Umfeld daher untersucht und die persönliche Dosis soweit wie möglich reduziert werden. Der Anteil der zivilisatorisch geschaffenen Strahlungsquellen (medizin. Anwendungen, Kernenergie) an der Gesamtbelastung ist annähernd so hoch wie der Anteil natürlicher Quellen. Letztere setzt sich folgendermaßen zusammen (jährliche Belastung in mSv):

  1. Radon (1,4)
  2. Erdstrahlung (0,4)
  3. Kosmische Strahlung (0,3)
  4. Nahrung (0,3)

Radon (s.u.) stammt dabei sowohl aus dem Erdreich als auch aus Baustoffen. Baumaterialien und Industrieprodukte können auch aufgrund anderer Nuklide (Kalium 40, Thorium 232) schwach strahlen, tragen aber durch ihren großflächigen Einsatz langfristig merklich zur Gesamtbelastung bei.  Auffällig können sein:

Granit, Schiefer, Basalt, Tuff, Bimssteine („Hohlblock“), Hüttensteine, Aschen, Schlacken (als Schüttung in älteren Häusern), Chemiegips. Selten finden sich in Häusern auch radioaktiv auffällige Antiquitäten (Glasuren), Fliesen, Uhren (Leuchtziffern) oder Mineralien.

Die Messung radioaktiver Strahlung erfordert ein ausreichend empfindliches Messgerät und setzt Kenntnisse über die zu erwartende Strahlungsart bzw. die zu erwartenden Radionuklide voraus. Eigenmessungen mit Geigerzählern scheitern meist an der zu geringen Empfindlichkeit des Messgerätes.

Radon

Radon ist ein radioaktives Gas und entsteht aus dem Zerfall von Radium, das in Abhängigkeit vom Ausgangsgestein in unterschiedlicher Konzentration im Boden und in bestimmten Baumaterialien (s.o.) vorhanden ist. Durch Diffusion gelangt es an die Luft. Beim Einatmen des geruch- und geschmacklosen Gases setzen sich die Radon-Zerfallsprodukte (Po-218, Po-214, Pb-214, Bi-214) in der Lunge ab und führen zu hohen Strahlenbelastungen. Insbesondere durch die einwirkende Alphastrahlung steigt das Gesundheitsrisiko. Radon ist - nach dem Rauchen - die häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Die wichtigste Quelle für erhöhte Radon-Gehalte in der Raumluft ist das Eindringen aus dem Erdreich durch mangelhafte Abdichtungen von Kellern und Außenwänden. Das Gas gelangt durch Risse in Mauerwerk und Bodenplatten, Kabelkanäle und Rohrdurchführungen sowie andere Schwachstellen ins Haus, wo es durch diffusionsdichte Wände und mangelhafte Lüftungsgewohnheiten festgehalten wird.

Die Analyse von Radon in Gebäuden erfolgt durch Langzeitaufzeichnungen von mindestens einer Woche, da die Exhalation des Gases aus dem Untergrund starken Schwankungen unterliegt und von der Wetterlage beeinflusst wird. Wird eine erhöhte Belastung der Raumluft festgestellt, kann meist durch einfache Maßnahmen (Beseitiguing von Undichtigkeiten, verstärktes Lüften) Abhilfe geschaffen werden. Selten sind teure Sanierungsmaßnahmen (flächenhafte Abdichtung des Kellers, Absaugungen) erforderlich. Dies gilt auch für präventive Maßnahmen, nachdem bei der Grundstücksuntersuchung ein erhöhter Radon-Gehalt der Bodenluft festgestellt wurde.